Unbegleitete minderjährige Geflüchtete

Die Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber/innen stellt die in Leipzig tätigen Organisationen und Initiativen der Flüchtlingshilfe vor besondere Herausforderungen. Im Netzwerk werden diese Probleme identifiziert und Lösungen gesucht.

Etwa 350 der in Leipzig lebenden Geflüchteten sind jung, männlich und ohne ihre Familien hier. Sie werden im Rahmen der Jugendhilfe von der Kommune untergebracht und sozialpädagogisch betreut. Soweit, so gut.

Aber: Was wird mit den jungen Leuten, wenn sie die Gemeinschaftsunterkunft bei Erreichen der Volljährigkeit verlassen? Wer unterstützt sie dabei, in der Gesellschaft aufgenommen zu werden und nicht in Parallelwelten abzutauchen?

Minderjährige Flüchtlinge haben das Recht eine Schule zu besuchen. Sie müssen aber erst einmal Deutsch lernen. Wie viele Stunden werden Flüchtlinge unterrichtet? In welcher Qualität geschieht das? Brauchen sie zusätzliche Bildungspat/innen? Wie viele von ihnen haben bereits einen? Welche Organisationen vermitteln und qualifzieren die Pat/innen?

Wer aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen muss, braucht eine Wohnung. Was ist die geeignete Wohnform für den jungen Geflüchteten? Passt ein Modell für alle? Während der eine allein wohnen kann, ist ein anderer evtl. in einer Wohngemeinschaft oder einer Familie besser aufgehoben. Wie viele Wohnungspaten sind nötig? Welche Anforderungen stellt die Unterbringung an die Wohnungsunternehmen der Stadt?

Wir versuchen mit Unterstützung der Sozialbetreuer den Bedarf genauer zu erfassen und vielfältige Unterstützungsangebote zu beschreiben. Letztlich braucht es zahlreiche Organisationen mit ihren speziellen Fähigkeiten und ihrer lokalen Verankerung in den Stadtteilen, um für die jungen Flüchtlinge Brücken zu bauen.

Die Recherchen zur ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe werden von Studierenden der Humangeografie an der TU Chemnitz begleitet.

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