Leipzig gemeinsam erkunden

Vordergrund Springbrunnen, Hintergrund der Turm des Neuen Rathauses in Leipzig
Nicht nur große Organisationen helfen bei der Integration, auch direkte Hilfsangebote von Studierenden sind ein wichtiger Beitrag. Als engagementfördernde Stiftung unterstützen wir das.

Die Stiftung Bürger für Leipzig unterstützt eine Gruppe Studierender der Uni Leipzig, die minderjährigen Geflüchteten beim Ankommen in Leipzig zur Seite steht. Gemeinsam lernen sie, besuchen Kultureinrichtungen, treiben Sport, sehen Filme. Wer die Initiative unterstützen möchte, kann uns gern kontaktieren. Kristina Ocker und Lea Ruppert-Hoffmann, Studierende an der Uni Leipzig, schrieben uns folgenden Bericht:

How can I learn german fast?

"Do you think I can learn speaking german in four years?“ So fragte im Herbst 2015 ein Jugendlicher nach dem Kennenlernen mit unserer Studentengruppe im tristen Ambiente einer Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete geflüchtete Jugendliche, in der er damals gerader eine Woche lebte.

Das war die erste Begegnung mit N.. Er ist ein pfiffiger Junge, mit immer leicht besorgtem und gleichzeitig freundlichem Blick, der viele Fragen stellt und so schnell wie möglich Deutsch lernen möchte. N. kommt aus Äthiopien. Er ist Oromo und damit Teil eines indigenen Volkes, das seit 150 Jahren verfolgt wird. Die Oromo sind die zweitgrößte Volksgruppe in Afrika. Sie lebten im Osten des Kontinents unabhängig, bis 1898 das äthiopische Königreich etabliert wurde. Seither wird ihr Land, Oromia, von der äthiopischen Regierung beherrscht. Sie selbst, ihre Kultur und Sprache, Afaan Oromoo, sind, heute wie damals, massiv bedroht.

Seither hat sich für N. vieles verändert. Er und neun weitere äthiopische Geflüchtete gehen jeden Tag bis nachmittags zur Schule und lernen Deutsch in DaZ Klassen. Anfang 2017 konnten sie in eine betreute Wohngruppe umziehen. Ihre Leidenschaft ist das Fußballspielen, einzelne machen Taekwondo, Lauftraining und Fitness. Die Jungen versorgen sie sich selbstständig, sie gehen einkaufen und kochen.

Seit sieben Monaten treffen wir uns jede Woche, um zwei Stunden Deutsch zu üben. Wir wiederholen, was die Jungen in der Schule nicht verstanden oder nicht ausreichend geübt haben. Wir bereiten Lernmaterial vor und üben Schreiben, Sprechen und Lesen. Das Angebot ist freiwillig, jeder darf, keiner muss mitmachen.

Wir sind sehr froh diese besondere Gruppe kennengelernt zu haben und sie auf ihrem Weg ein Stück begleiten und unterstützen zu können. Bei unseren Treffen lernen wir alle voneinander. Die Jugendlichen erweitern unseren Horizont und wir teilen neben Alltäglichem auch Wissen über verschiedene Kulturen, Religionen, Traditionen und Werte miteinander.

Die Stiftung Bürger für Leipzig unterstützt uns seit Anfang des Jahres sowohl finanziell, als auch materiell und beratend. Für diese besonders wertschätzende und anerkennende Zusammenarbeit möchten wir herzlichst danken!

Hintergrund

Das Angebot ist eines von aktuell fünf studentischen Kleinprojekten des Lehrstuhls der Pädagogik im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung der Universität Leipzig, die sich seit Herbst 2015 unter der Leitung von Profn. Dr. Kerstin Popp für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung engagieren.

Mitmachen und Spenden

Wer die Gruppe unterstützen möchte, melde sich. Wir stellen gern den Kontakt her. Über Spenden freuen wir uns ebenfalls. Verwendungszweck: Leipzig gemeinsam erkunden.
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